Die Pandemie verschärft viele Konflikte

Ein Artikel in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom 27.04.2021

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Ist der Kontakt wieder hergestellt, so findet uns die Lösung.

M. Rosenberg

Mediation ist eine Methode zur Konfliktbearbeitung, in der die Konfliktparteien mit Unterstützung durch Mediator*innen Möglichkeiten entdecken, die sie im Konflikt haben, um selbstverantwortlich und gemeinsam auch in scheinbar aussichtslos verfahrenen Streitigkeiten zu einer einvernehmlichen und für alle vorteilhaften Lösung zu kommen.

Mediation dient der Stärkung der Konfliktkompetenz der Betroffenen. Sie behalten die Verantwortung für die Lösung ihres Konfliktes und werden durch die Arbeit unterstützt, ihre Interessen so zu vertreten, dass anderen dadurch kein Schaden zugefügt wird. Mediator*innen schaffen als „allparteiliche Dritte“ Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, damit Konfliktparteien ihre Konflikte bearbeiten und in einen konstruktiven Prozess der Auseinandersetzung treten können. Die Konfliktparteien erlangen die Fähigkeit, den Konflikt eigenverantwortlich, einvernehmlich und zum beiderseitigen Vorteil zu regeln.

Die Ausbildung richtet sich an Menschen, die

  • in sozialen, pädagogischen, beratenden, juristischen Berufsfeldern arbeiten
  • als Multiplikator*innen in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit tätig sind
  • in Institutionen, Organisationen und Firmen mit Konflikten zu tun haben
  • sich in der Teamleitung u. Personalführung oder in der Betriebsratsarbeit engagieren
  • im Bereich „Mediation“ arbeiten wollen.

Die Ausbildung vermittelt das Konzept der klientenzentrierten und systemorientierten Mediation, das der Konfliktvermittlung sowohl in beruflichen Arbeitsfeldern als auch in persönlichen bzw. sozialen Lebensbezügen dient. Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation, wie sie von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde, ist dabei die Grundlage für die Haltung und die Sprache der Mediator*innen.
Neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen stehen die Arbeit am eigenen Konfliktverhalten und die Entfaltung einer wertschätzenden Haltung im Mittelpunkt. Daraus ergibt sich eine prozessorientierte Kursgestaltung, die die Stärkung der Konfliktfähigkeit und die Erweiterung der persönlichen Potentiale der Teilnehmenden beinhaltet.

Methoden

In der Ausbildung arbeiten wir grundsätzlich teilnehmer*innenorientiert, d.h. im Rahmen unseres Angebotes können die Schwerpunkte nach den Interessen der Teilnehmer*innen verschoben werden.

Die Teilnehmenden werden bei der Erarbeitung eines eigenen Praxisprofils unterstützt. Die Seminarkultur, in der wir eine wertschätzende Haltung anstreben, ermöglicht, persönliche Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale auszuschöpfen. Die vertrauliche Atmosphäre im Seminar stellt ein effektives und praxisrelevantes Lernen sicher, in dem Kompetenzen erlebt und in die Persönlichkeit integriert werden können.

Theorie und Praxis der Mediation werden durch Impulsreferate, Diskussionen und Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung allein, in Paaren oder in Kleingruppen erarbeitet. Auch Theorien aus angrenzenden Konfliktbearbeitungsmethoden werden berücksichtigt. Schwerpunkt der Ausbildung sind intensive Rollenspiele mit anschließendem Feedback aus der Gruppe und von dem Trainerteam. Praxisorientierung und Anwendungsfähigkeit haben einen hohen Stellenwert in der Ausbildung.

Meditation, Körper-, Konzentrations- und Entspannungsübungen dienen der Zentrierung und sorgen für eine ausgeglichene Lernatmosphäre.
Die Teilnehmer*innen bilden selbst Intervisionsgruppen zum Üben und Vertiefen des Erlernten außerhalb der Seminarzeiten.

Module

  • Modul I (Bildungsurlaub)
    Den sicheren Rahmen schaffen, Kennenlernen der Teilnehmenden, Erwartungen klären, Konflikttheorie für Mediator*innen: Methoden der Konfliktbearbeitung, Theorie und Dynamik des Konflikts, Reflexion des eigenen Konflikt- und Kommunikationsverhaltens als Vorbereitung für die Mediation Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, Bedeutung von Gefühlen, Interessen und Bedürfnissen für die Konfliktbearbeitung. Grundlagen und Rahmen der Mediation (Teil 1)
  • Modul II
    Grundlagen und Rahmen der Mediation (Teil 2), Struktur und Aufbau eines Mediationsgesprächs, empathisches Zuhören als Grundhaltung in der Mediation
  • Modul III
    Herstellen von Kontakt zwischen den Konfliktparteien mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation, Feedback geben und empfangen mit GFK, Bildung der Intervisionsgruppen
  • Modul IV
    Üben von Mediation anhand realer Konflikte aus eigenen Berufs- und Lebensfeldern, Erweiterung des Handwerkszeugs von Mediatorinnen, die Dynamik von Täter-/Opferhaltungen anhand der Transaktionsanalyse und ihre Bedeutung für die Mediation
  • Modul V (Bildungsurlaub)
    Mediation in Gruppen, Teams und Organisationen, Auftragsklärung, Analyse von Team-konflikten zur Vorbereitung von Mediation, Gewaltfreie Kommunikation in ihrer systemischen Wirkung, Konfliktdynamik, Macht und Hierarchien in Organisationen, Bearbeitung von Team-konflikten mit Gewaltfreier Kommunikation und der Methode des Team-Management-Systems, Mediation als Konfliktmanagementinstrument in Institutionen (z. Bsp. KiTa, Schule oder Unternehmen) implementieren.
  • Modul VI
    Interkulturelle Aspekte in der Mediation; Gewaltfreie Kommunikation in der Bearbeitung von Vorurteilen, die Bedeutung von Werten in verschiedenen Kulturen, Mediation in Strafsachen (Täter-Opfer-Ausgleich), Mediation und Recht.
  • Modul VII
    Umgang mit Schmerz und starken Gefühlen in der Mediation, Bearbeitung schwieriger Situationen durch heilsame Empathie, die Wirkung von Wertschätzen und Bedauern in der Mediation.
  • Modul VIII
    Kreative Methoden in der Mediation für Fortgeschrittene, Besonderheiten der Paarmediation in Trennungs- und Scheidungssituationen, Mediation mit Stellvertreter
  • Modul IX
    Bilanz und Abschluss: Standortbestimmung und Visionsentwicklung am Ende der Ausbildung, Entwicklung von Perspektiven für die eigene Mediationspraxis, Selbstmanagement von Mediator*innen, Auswertung der Ausbildung, Abschlusskolloquium und Übergabe der Zertifikate

Das Ausbildungsteam stellt sich vor

Wir arbeiten seit 1999 gemeinsam als Trainer/in, Mediator/in und Berater/in im Orca-Institut für Konfliktmanagement und Training in Bad Oeynhausen (www.orca-institut.de). In dieser Zeit wurden von uns über 600 Menschen in Mediation ausgebildet. Darüber hinaus unterstützen wir Paare, Teams und Gruppen in Organisationen bei der konkreten Bearbeitung von Konflikten. Friedens- und Versöhnungsprojekte in Myanmar und Ost-Timor ermöglichten uns Erfahrungen in der Konfliktbearbeitung in interkulturellen Zusammenhängen.

Kurt Südmersen
Jahrgang 1955, Diplom-Pädagoge und Gestalttherapeut. Ich war lange als Geschäftsführer bei Nichtregierungsorganisationen im Bereich der konstruktiven, gewaltmindernden Konfliktbearbeitung tätig. Schwerpunkt meiner jetzigen Arbeit sind Entwürfe und integrative Umsetzung systemisch angelegter und bedarfsorientierter Bildungsarbeit in Institutionen. Ich leite das Friedensprojekt in Myanmar und bin Mediator und anerkannter Ausbilder für Mediation im Bundesverband für Mediation e.V.

Nicole Rahe M.A.
Studierte Politikwissenschaftlerin, arbeite seit 2011 freiberuflich als Mediatorin im Team des Orca-Instituts. Neben meiner Tätigkeit als Mediatorin habe ich u.a. einige Jahre an der Universität Osnabrück gearbeitet. Seit 2017 bin ich zudem systemisch - integrative Sozialtherapeutin und befinde mich im Zertifizierungsprozess zur Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Seit einigen Jahren arbeite ich verstärkt mit Gruppen und Führungskräften in Organisationen und Einrichtungen in den Bereichen Mediation, Konfliktberatung und persönliche Weiterentwicklung. Außerdem konzipiere und leite ich Seminare und Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Bereich Kommunikation und Konfliktmanagement. Nicht zuletzt im Alltag als Mama von zwei aufgeweckten kleinen Jungs bin ich dann und wann als Übersetzerin von Bedürfnissen und Gefühlen im Einsatz.

Dipl.-Ing. (FH) Kristoffer Rahe
Nach meinem Studium der Kunstoff- und Werkstofftechnik an der Hochschule Osnabrück habe ich anderthalb Jahre als Projektingenieur gearbeitet. Seit mittlerweile über 10 Jahren bin ich als Führungskraft mit Personalverantwortung für über 100 Mitarbeiter in kunststoffverarbeitenden mittelständischen Betrieben tätig. In dieser Funktion habe ich mich 2016 im Orca- Institut als Mediator ausbilden lassen, um meine Konflikt- und Kommunikationskompetenzen insgesamt, aber vor allem auch in meiner Funktion als Vorgesetzter, auszubauen. Neben der nahezu täglichen Anwendung mediativer Methoden in meinem Arbeitsalltag arbeite ich zusammen mit meiner Frau Nicole Rahe als Co-Mediator.

Beginn

2022 wird es voraussichtlich einen neuen Durchgang geben.

Umfang

200 Zeitstunden

Veranstaltungsort

Osnabrück / Melle

Kosten

3.490,- €
Zahlung in 3 Raten möglich

Referent*innen

ORCA-Institut:
Kurt Südmersen
Nicole Rahe
Kristoffer Rahe

In Kooperation mit

Ansprechpartner*innen

Pädagogische Verantwortung

Wolfgang Scheda

 


Seminariorganisation

Bettina Fuchs
Tel.: 0541 35740-35
Fax: 0541 35740-36